Was haben wir es vermisst. Seit langer Zeit, seit wirklich langer Zeit durften wir wieder einmal ein Frühstücksbuffet genießen. Wenn ich genießen schreibe, dann meine ich auch genießen. Man konnte keinen Unterschied zu Frühstücksbuffets der Vor-Pandemiezeit feststellen. Man durfte ohne Maske rein, man durfte ohne Maske zum Buffet schreiten und holen durfte man sich auch alles selbst. Halt so wie immer. Wie sagt man im Allgäu - grad schea wars.
Warum herrscht eigentlich in Schweden Untersterblichkeit? In Deutschland gilt man als Verschwörungstheoretiker und Rechtsradikaler wenn man dies leise erwähnt. Vielleicht haben die Schweden doch einiges richtig gemacht? Ich lass dies jetzt einfach mal so stehen. Seht es mir nach. Ich habe heute, also zu der Zeit als ich diesen Reisebericht schreibe, gut 4 Wochen nach dem Urlaub, erfahren, trotz Impfung nicht ohne Quarantäne in England einreisen zu dürfen. Boris J. hat sich einen neuen Kniff einfallen lassen und lässt nur in UK geimpfte Reisende rein. Die anderen, die so wie wir einfach die Impfung in ihrem Heimatland zu sich nehmen durften, gucken in die Röhre. Später im Sommer, so der Wortlaut will er das noch ändern. Vielleicht, eventuell. Wenn das keine Willkür ist, dann weiß ich es nicht mehr.
Hätten wir diese Idiotie auch für die Nachwelt festgehalten. Kommen wir wieder zu unserer Hotelübernachtung. Wir haben in einem Scandic Hotel genächtigt. Von außen manchmal nicht die allerschönsten Gebäude, aber innen ein guter bis sehr guter Standard.
Wir gestern erwähnt fuhren wir jetzt auch nicht weiter in Richtung Norden und Nordpolarkreis, sondern änderten die Richtung und wendeten uns nach Westen. Unser nächstes Ziel der
Beim Klick auf den obigen Link könnt ihr auch den Berg direkt sehen. Uns waren leider keine Bilder vergönnt. Regenwolken lagen tief und schwer über dem Berg und verdeckten uns die Sicht. Was gibt es über den Nationalpark in Kürze zu sagen.
Genannt wird der Park auch "Heimat der Bären"
In einsamer Majestät und schöner Form ragt der Berg Sonfjället über die Wälder des zentralen Tals Härjedalen. Der Berg und die ihn umgebenden Wälder sind bekanntermaßen eines der wichtigsten Rückzugsorte für Bären in Skandinavien. Es ist auch ein Gebiet mit ungewöhnlich deutlichen und gut erhaltenen geologischen Formen, die das Schmelzwasser nach der Eiszeit bildete.
Hätte das Thema Bären uns jetzt beunruhigen sollen? Auf keinen Fall, vielleicht würden wir ja auch einen zu Gesicht bekommen. Wobei das wahrscheinlich schon Zufall wäre, der Nationalpark ist sehr weitläufig und warum sollten sich die Bären genau da aufhalten, wo Wanderer unterwegs sind. Würde sie ja doch nur stören.
Aber erst einmal mussten wir ja zum Nationalpark hinfahren. Die Anfahrt von Sundsvall zum Nationalpark ist immerhin 250 km lang. Also genug Zeit um im Auto etwas zu lümmeln, Schweden an sich vorbeiziehen zu lassen und dabei gute Musik zu hören. Wobei gut ja immer im Auge bzw. im Ohr des Betrachters liegt. Ich nerve euch jetzt nicht mit unserer Playlist für den Urlaub, in der so ziemlich alle Musikrichtungen ihren Platz gefunden haben. Vom deutschen Schlager bis zum Hard-Rock Fetzen ist da alles dabei. Nicht immer kann man zu jedem Zeitpunkt alles hören, aber der nächste Titel ist meist nur einen Drücker entfernt. Ab und zu hören wir auch einfach nur Radio. Wobei mir oft im Ausland auffällt, es wird in den verschiedenen Sendern unheimlich viel gelabbert. Das kann natürlich ganz interessant sein, wenn man die Sprache lernen will. Wenn man allerdings wie wir von der schwedischen Sprache recht wenig Ahnung hat, fängt es mit der Zeit oft an etwas zu nerven. Weil eben so wenig Musik zwischendurch gespielt wird. Aber vielleicht hatten wir auch nur die falschen Sender eingestellt. Wobei ich fand auch gar keine anderen.
Naja, wie der unentschlossene Ninjakämpfer zu sagen pflegt. Nach ca. 2/3 des Weges kamen wir an einem See vorbei, einem See namens Rätanssjön.
Ein kleiner Parkplatz lud zum kurzen Verweilen ein, außerdem musste auch die ein oder andere Blase geleert werden. Wolltet ihr gar nicht wissen? Ok, Pech jetzt wisst ihr es halt doch.
Wir machten uns ein klein wenig Sorgen wegen dem Wetter. Wollten wir wirklich die Wanderung zum Sonfjället im Regen starten? Wir entschieden uns davon nicht abbringen zu lassen. Gegen Regen hilft Kleidung, Regenkleidung.
Wir fuhren ein in den Sonfjället-Nationalpark. Die Anfahrt bis zum Trailhead ist schon fast USA-like. Es geht relativ steil den Berg hinauf und es ist unbefestigt. Unser Großstadt-SUV bekommt wieder einmal schmutzige Felgen - oh my gosh. Noch hatte es nicht aufgehört zu regnen, die Lust hier eine Wanderung zu machen viel auf den Nullpunkt.
Aber pünktlich und wie gerufen, nachdem wir unseren Parkplatz gefunden hatten, die Wanderschuhe angezogen hatten, lugte die Sonne zwischen den Wolken hervor. Ein Zeichen, auf gehts es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung. Was für ein Spruch, weil glaubt mir es gibt schlechtes Wetter, egal welche Kleidung du anhast.
Zur Wanderung selber. Man geht ziemlich gleich nach dem Parkplatz den Berg hoch. Zunächst ist der Weg relativ breit, aber es geht bergan. Richtig bergan und dann steigt man teilweise auf Treppen (siehe Bild) und teilweise auf schmalen Wegen nach oben.
Ich tat mir tatsächlich schwer heute. Meine Frau war in besserem Zustand und schritt voran. Ich keuchend hinterher. Was war denn los? Die lange Anfahrt und das damit einhergehende herunterfahren des Kreislaufes hatte mir offensichtlich nicht gut getan.
Schwer lagen die Wolken über dem Nationalpark. Zwischendurch brach die Sonne durch den Wolkenvorhang. Aber leider konnte sich die Sonne nicht durchsetzen. Je höher wir am Berg kamen desto dichter wurde der Nebel und stärker der Regen.
Aber eben zwischendurch auch immer mit helleren Abschnitten.
Die Wanderung führt über einen Bergkamm und dann lang anhaltend wieder Richtung Tal auf der anderen Seite des Berges. Je tiefer man kam umso heller wurde es wieder. Der Regen blieb aber und auch ein böscher Wind tobte immer wieder einmal um die Nase. Trotzdem sollte man natürlich sonnig im Gemüt bleiben. Wir haben ja Urlaub und machen das hier zum Spaß! Jawohl!
Am tiefsten Punkt der Wanderung angekommen machten wir dann unsere obligatorische Rast. Bären hatten wir bis zu diesem Zeitpunkt noch keine gesehen, obwohl ich mir gut hätte vorstellen können, ein Tier durch den Nebel brechend, auf uns zu rennend zu erleben. Statt dessen durften wir folgendem beiwohnen.
Mein Zoom an der Kamera rettete mich in diesem Fall. Mit bloßem Auge waren eigentlich nur irgendwelche Tiere zu erkennen und diese hätten auch gut und gerne Bären sein können. Erst beim näheren hinsehen entpuppten sich die Braunbären als Rentiere. Und dann war da auch noch gleich eine ganze Herde davon. Ich überlege mir gerade ob wir Rentier-Wurst zum Vesper hatten, aber ich glaube nicht. Hätte mir sonst noch ein schlechtes Gewissen gemacht.
Kurz nach unserem Vesperplatz überquerten wir dieses kleine Bächlein.
Wie man sieht hatte es mittlerweile auch wieder aufgehört zu regnen. Es wechselte hin und her. Da wir jetzt an der vom Auto weitest entfernten Stelle angekommen waren, war es aber auch egal. Hier fing dann die größte Schwierigkeit der Wanderung erst an. Man musste wieder leicht den Berg hinauf und das ganze über einen Steinhaufen, der einem hier den kompletten Berg hinauf im Weg lag. Jeder Schritt musste genau gesetzt werden. Der wahrscheinliche Grund warum es davon so überhaupt keine Bilder gibt. Zumindest keine guten.
Zurück ging es dann am Berg entlang, durch Krüppelbirken und über matschige Wege. Es zog sich bis zum Auto etwas hin und unsere Kondition wurde auf eine harte Probe gestellt. Vor lauter Laufen und schauen wie weit es noch ist, haben wir gar keine Bilder mehr fotografiert. Komisch, eigentlich dokumentiere ich alles und habe den Knipser auch immer in der Hand. Hier aber war kein Bild mehr auffindbar. Leider.
Es mussten noch die ein oder andere Taleinkerbung überwunden werden und am Ende stand nochmals ein kleiner Gegenhang im Weg bevor wir dann wieder unser Auto erreichten. Alles in allem eine wunderschöne Wanderung trotz des nicht idealen Wetters. Die Aussicht auf die Gegend wäre vom Berg oben bestimmt noch um einiges besser ohne Nebel gewesen. Aber wat willste machen. Hier könnt ihr bei Interesse mehr über die Wanderung erfahren: Sonfjället
Da wir heute eine relativ lange Anfahrt hatten von der Ostküste Schwedens herüber zum Nationalpark Sonfjället, die Wanderung mit 5 Stunden auch nicht gerade kurz war, haben wir entschieden hier gleich am Ort zu Fuße des Nationalparks zu nächtigen. Der Campingplatz Sonfjällscampen in Hedeviken gefiel uns dann auch sehr gut und wir bekamen einen schönen Stellplatz direkt am See. Herz was willste mehr.
Einen beherzten Sprung ins kühle Nass hätte man dann auch noch vollbringen können, aber ehrlich gesagt dazu war es zu kalt und zu nass von oben. Stattdessen gab es eine warme Dusche. Ich fand ein durchaus guter Tausch.
Die Kinder auf dem Campingplatz waren da nicht so wählerisch. Die Tochter unseres Stellplatznachbarn und die Tochter eines deutschen Ehepaares, vielleicht zwischen 4 und 6 Jahre alt, machte das Wetter nichts bis gar nichts aus und als die Sonne nur ein ganz klein wenig herauskam, waren sie im Wasser. Die Eltern waren extrem cool drauf. Da gab es kein Geschrei, passt auf das auf oder auf jenes. Auch als der ganz kleine Bruder des einen Mädchen, der kaum laufen konnte, in Richtung See stolperte, blieb die Mutter gelassen und lief ohne Aufregung langsam in seine Richtung. Bevor er ins Wasser purzelte hatte sie ihn wieder aufgefangen. Wie viele Eltern hätten da jetzt wild schreiend den Kleinen wieder zurückgeholt und womöglich mit ihm geschimpft. Er hätte das weinen angefangen und der komplette Campingplatz wäre Zeuge geworden. So lief das ganz ruhig und unaufgeregt ab, so wie das sein muss. Wir fanden es gut und v.a. das alles war ja besser als jedes Fernsehprogramm.
Wir mussten zum ersten Mal unter unserem Dachzelt zu Abend essen. Es fing beim Essen wieder einmal leicht an zu regnen. Aber die Aussicht entschädigte für wirklich alles.
Wobei das natürlich nicht die Aussicht von unserem Dachzelt aus war. Wir hätten schon direkt im See schlafen müssen, um so eine Aussicht zu haben.
Eine kleine Anekdote gibt es noch zu unseren schwedischen Nachbarn. Sie waren zu fünft unterwegs. Ehepaar + 2 relative kleine Kinder (2 - 6 Jahre alt) und Hund. Sie fuhren einen Pickup mit Dachzelt. Wo alle schliefen ließ sich auf Anhieb nicht feststellen, so groß war das Dachzelt nicht. Aber sie werden es schon irgendwie geschafft haben. Meine Frau wollte uns zum Abendessen Spaghetti aus der Dose machen. Lacht nicht und rümpft nicht die Nase, die schmecken echt gut. Wir haben doch keine Lust beim Campen abends ein 4-Sternemenü zu kochen. Allerdings eine Dose muss auch irgendwie geöffnet werden und wir hatten diesen vermaledeiten Dosenöffner nicht dabei. Also ging meine Frau zum Nachbarn und kurz und gut, er hatte natürlich einen.
Die Tochter des Nachbarn sprach meine Frau erst auf schwedisch an und als sie merkte das da wenig Verständnis zurückkam, versuchte sie es auf englisch. Tolle Sache, die Kids wachsen mit der englischen Sprache einfach so auf. Fand ich schon sehr bemerkenswert. Viel bemerkenswerter fand meine Frau jedoch, dass unglaublich viele Stechmücken unterwegs waren und die Kleine hatte nur einen Bikini an. In diesem Moment regnete es gerade nicht, deswegen flogen die Biester. Aber das Mädchen machte sich über die Stechmücken überhaupt keine Sorgen. Ab und zu hat sie leicht etwas mit ihren Händen die ein oder andere Mücke weggescheucht, aber im Großen und Ganzen hat es sie nicht gejuckt.
Kann es also sein, dass die Schweden irgendwie immun gegen die Stechmücken sind? Oder sind sie schon von klein auf so oft gestochen worden, dass ihre Haut keine Reaktion mehr zeigt? Ich habe ehrlich keine Ahnung. Das Mittel gegen die Stechmücken, dass die Nachbarn benutzten war nämlich das gleiche welches wir auch hatten. Daran hat es also nicht gelegen.