Die erste Nacht im Dachzelt, seit fast einem Jahr, ging genau so vorüber, wie wir das in Erinnerung hatten. Extrem gut schlafend! Vielleicht war es auch die Müdigkeit der Anreise, auf jeden Fall haben wir beide geschlafen wie die Baby´s.
In der Nacht hatten sich noch weitere Wohnmobilisten entschieden den Platz als Übernachtungsstelle zu wählen. Dieser Wildcamping-Hotspot fühlte sich eher wie eine Campingplatznacht an, nur ohne die Annehmlichkeiten des Campingplatzes. Sprich es gab keine Duschen oder Toiletten. Wir wollten unser erstes Frühstück des Urlaubes in Schweden hier nicht zu uns nehmen und gingen auf die Suche nach einem etwas romantischeren Örtchen. Was wir gefunden haben, war dann folgendes:
Lasst euch aber nicht täuschen, ganz alleine waren wir hier auch nicht. Neben uns befand sich der Parkplatz des kleinen Fischerdörfchens Kåseberga. Wir waren auch nicht ganz zufällig hier, denn eine erste Besichtigung des diesjährigen Urlaubes stand an:
Ales stenar
Was gibt es über diese Steinformation zu sagen?
Ales Stenar in Kåseberga ist die größte erhaltene Schiffssetzung in Schweden und eine der populärsten Sehenswürdigkeiten in Skåne. Das über 1.400 Jahre alte Monument steht auf einem Plateau oberhalb der Steilküste in der Nähe des malerischen Fischerdorfes, rund 20 Kilometer südöstlich von Ystad und wird auch gerne als das schwedische Stonehenge bezeichnet.
Wenn ihr mehr darüber erfahren wollt, dann wäre der folgende Link für euch anklickenswert - Ales Stenar
Ansonsten reicht euch vielleicht auch meine Beschreibung. Man sieht, tatsächlich ähnlich wie in Stonehenge, nur eben ganz anders, aufgestellte Steine, die schon etwas länger hier stehen und man deswegen nicht genau weiß warum und wieso. Immer wenn man nicht genau weiß wieso und warum, denken sich schlaue Menschen diverse Theorien aus. Eine besagt es könnte sich um einen Sonnenkalender handeln. Tja, könnte sein.
Eine andere Theorie meint, es wäre das Grab eines Wikingerhäuptlings und die Steine symbolisieren sein Wikingerschiff. Auch das ist nicht von der Hand zu weisen, sind die Steine tatsächlich Wikingerschiff-ähnlich angeordnet. Allerdings hat man auch keine Grabstelle oder Grabstellen hier gefunden. Aber wer weiß.
Übrig bleibt eine schöne Location, mit netten schiffsähnlich angeordneten Steinen, direkt an der Küste, mit einem wunderschönen Blick über und auf das Meer. Am Fischerhafen in der Nähe gab es dann auch die unvermeidlichen Touristenläden und Souvenirständchen.
Wie man unschwer erkennen kann, waren die Hänge durchzogen mit knallroten Blümchen. Die Touristen, also wir, hatten was zum fotografieren.
Nach dem ersten Frühstück des Urlaubs und der Besichtigung von Ales Stenar fuhren wir zum ersten Trailhead des Urlaubs. Am Anfang macht man ja alles zum ersten Mal.
Nationalpark Stenshuvud
Eine kurze Erklärung zum Park:
Der Stenshuvud-Nationalpark erstreckt sich über 400 Hektar, inklusive 80 Hektar Meer. Der gleichnamige Berg besteht aus drei verschiedenen Gipfeln, von denen der nördliche nicht nur der höchste, sondern auch der beliebteste ist. Vom Gipfel aus hat man einen zauberhaften Blick über das Meer.
Das Areal ist überwiegend von Laubwäldern, insbesondere von Hainbuchen, bewachsen und verfügt über einen wunderschönen Strand, wo man im Sommer baden gehen kann. Spaziergänge sind ganzjährig möglich. Im Park grasen Nutztiere, die Besucher gerne neugierig begrüßen.
Hier sollte die erste Wanderung des Urlaubs stattfinden. Schon wieder das erste Mal. Das Wort erste Mal, wird wohl nur heute Einzug in den Reisebericht finden, weil ab morgen wäre es ja dann jeweils das zweite Mal. Das nur am Rande.
Anschließend ein paar Impressionen der Wanderung:
Zwischendurch etwas Input über die Gegend.
Stenshuvud ist ein Gebiet voll von geologischen, botanischen, zoologischen und kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten. Hier befinden sich mehrere vom Aussterben bedrohte Arten und außerdem eine von Schonens wenigen frühzeitlichen Burgen. Gerade an dieser Stelle führt der Pfad durch den Stein- und Erdwall, der die südliche Abgrenzung zur frühzeitlichen Burg bildet. Das Bauwerk ist nahezu oval und umfasst den nördlichen Teil von Stenshuvud.
Frühzeitliche Burgen erbaute man auf Bergen, gern in der Nähe von Wasser oder Sumpfböden und versah sie an den flachen Seiten mit Schutzmauern.
Mir fiel dazu eigentlich nur ein, wenn Gott gewollt hätte, dass ich das Schild verstehen soll, dann hätte er es zumindest auf Englisch übersetzt. Aber wie man merkt, braucht man nicht unbedingt schwedisch als 1. Fremdsprache zu sprechen, um zu erkennen, es wird vor aggressiven Rindern gewarnt und man sollte seinen Hund an der Leine führen. Netterweise war sogar die Mobil-Nr. des Besitzers der Weide abgedruckt. Just in case.
Da wir aber keinen Hund bei uns hatten, sahen wir nicht einmal Rinder. Es waren vermutlich zur Zeit keine auf der Weide oder sie hatten sich in den Schatten verzogen. Es war ganz schön warm, aber wir wollten uns nicht beschweren. Endlich war es einmal warm. Das bisherige Frühjahr hat uns ja nicht gerade mit Wärme sonderlich verwöhnt.
Wer genauere Daten über die kurze Wanderung, wie Entfernung, Höhenmeter und Sonstiges wissen möchte, findet diese Daten hinter diesem Link - Stenshuvud
Für die anderen verrate ich es hier kurz und knackig. Es waren 3.6 km, ca. 138 Höhenmeter und wir waren 1h40min unterwegs. Es war also genau das richtige zum Warmwerden. Aber der Tag war ja noch jung. Vor allem wollten wir nicht im Süden Schwedens verweilen, sondern wir wollten weiter in Richtung Norden. Trotzdem wollten wir das ein oder andere am Wegesrand mitnehmen. Der Urlaub soll ja nicht nur aus Auto fahren bestehen. Wir wagten einen kurzen Blick auf unsere nächstgelegenen Hotspots und fanden...
Åsnen National Park
Auch darüber kurz das interessanteste zusammengefasst:
Erlebe eine einzigartige Wasserwelt - den Schärengarten des Sees Åsnen: 700 km Uferlinie, über tausend Inseln. Ein Naturparadies aus einsamen Inseln und stillen Buchten, eingerahmt von uralten Wäldern.
Auch hier der Link zu einer sehr informativen Seite, für alle die mehr über diesen Nationalpark wissen wollen - Åsnen National Park
Wir kamen gegen späteren Nachmittag am Trailhead unserer Wanderung an. Dort warteten sie schon auf uns...
Hatten wir nicht gelesen im Süden wären die Mücken nicht so schlimm. Noch hatten wir uns nicht mit den notwendigen Mitteln eingedeckt und waren sozusagen Freiwild für die auf uns wartenden Stecher. Erst nach der kurzen Wanderung hier haben wir dann einen Supermarkt gestürmt und uns mit Mitteln, wie in der Einleitung beschrieben, eingedeckt. Diese haben sicher auch in den Tagen danach recht gut geholfen, aber zu 100% kannst du einfach nicht geschützt sein. Der ein oder andere Stecher kommt halt doch durch.
Jetzt aber zu den Bildern des Parks...
Der Vorteil auf dem letzten Bild, auf dem See wehte ein laues Lüftchen und die Mücken waren wie durch ein Wunder verschwunden. Außerdem waren wir nicht so dick angezogen, weil es besonders kalt gewesen wäre. Wir versuchten es den Viechern so schwer wie möglich zu machen.
Der Park generell eignet sich nicht so ideal für Wanderungen. Hier sind Kanufahrten angesagt. Das aber nur nebenbei, wir sind keine Kanufahrer. Hier aber könnte man Lust dazu bekommen. Wer trotzdem Interesse daran hat, wo und wie wir hier gelaufen sind, hinter dem Link findet ihr die Informationen - Åsnen National Park
Für alle anderen kurz die signifikanten Daten: 2.4 km Entfernung, 31 Höhenmeter und 1h waren wir unterwegs. Natürlich mit Pausen.
Damit war für heute auch erst einmal Schluss mit Laufen. Jetzt ging es ans Suchen einer Übernachtungsmöglichkeit. Hier in Südschweden ist es nicht ganz so leicht Wildcampingstellen zu finden. Für Kastenwägen oder Wohnmobile ist es da schon leichter. Aber nochmals kurz erwähnt, wir müssen unser Dachzelt öffnen und das kann man halt nicht auf jedem Parkplatz machen. Wir entschieden uns in Richtung Store Mosse zu fassen. Dort wollten wir am nächsten Tag wandern. Wir entschieden uns den Campingplatz in Värnamo anzufahren, was auch eine sehr gute Entscheidung war. Ein sehr schöner Campingplatz wartete auf uns. Kurz zu den Kosten für unser Auto mit Dachzelt. Wir zahlten eigentlich generell zwischen 25 und 30 EUR für die Nacht, was durchaus in Ordnung war.
Ein erster voller Tag in Schweden ging zu Ende. Der Urlaub und das dazugehörige Feeling hatte uns wieder. Glücklich schliefen wir wieder in unserem Sauerstoffzelt ein.
Während wir friedlich schlummern, könnt ihr die heutigen Ziele nochmals auf gockel nachvollziehen. Man soll ja nicht dumm sterben.