Ein wunderschöner Morgen erwartete uns heute. So schön und gemütlich es im Dachzelt auch war, die Sonne trieb uns hinaus. Unser Campingplatz hieß ja nicht nur Läckö Slott, sondern das namensgebende Schloss befand sich auch noch in fußläufiger Gehweite entfernt. Bevor das Schloss für die Tagesbesucher öffnete für uns die Gelegenheit das Areal zu erkundigen.
Für alle die mehr über das Schloss wissen möchten oder vielleicht sogar mit dem Gedanken spielen an einer Führung teilzunehmen, die weite Welt des Internets hat auch dafür seine Informationen bereit gestellt - Link.
Schloss Läckö wurde 1298 durch den Bischof Brynolf Algotsson gegründet. Anfangs bestand die Anlage nur aus einem Gebäude, das bis in das 15. Jahrhundert in alle Richtungen erweitert wurde. Nach einem Brand um 1470, bei dem die Burg vollständig zerstört wurde, baute der Bischof Brynolf Gerlachsson die Anlage zwischen 1478 und 1505 wieder auf.
Wer noch viel mehr über die Burg wissen will, der sollte dem Link folgen. Dort hat der Autor Dr. D. Lenz so ziemlich alles zusammengetragen was man zusammentragen kann.
Von mir gibt es noch ein paar Bilder der Anlage.
Darüber hinaus habe ich auch noch einen Lageplan für euch. Ihr seht wir scheuen keine Mühe und Kosten. Ob sich ein Besuch des Schlosses bzw. die Führung im Inneren lohnt kann ich euch leider nicht sagen. Diese Investition scheuten wir dann doch heute Morgen, aber v.a. es war noch alles zu. Die Schlossmauern wurden erst um 10 Uhr geöffnet und bis dahin wollten wir eigentlich schon fast den Trailhead des heutigen Tages erreicht haben.
Weil es aber gar so schön und ruhig hier war, gingen wir noch zu unserem Campingplatz zurück, was ja auch nur ein paar Meter waren und holten unser Frühstück hierher direkt zum See. Das hatte mehrere Vorteile. Es war erstens wunderschön hier am See, wir hatten einen Tisch mit Bank und da hier etwas Wind wehte, waren auch keine Mücken die hätten stören können. Es war perfekt.
Der Vänernsee bzw. ja eigentlich nur Vänern ist zwar ein See, aber wenn man hier am Ufer steht, könnte man das fast vergessen. Der See ist groß, sehr groß und deswegen das andere Ufer nicht immer und überall zu erkennen, schon gar nicht wenn man von hier aus in Richtung Norden blickt, denn da ist es bis zum Ufer, in der Nähe von Karlstad, gut und gerne 60 km von hier aus.
Das Foto soll nur zur Veranschaulichung dienen, es wurde nicht am Schloss fotografiert, sondern bereits auf unserer Wanderung in den See Vänern hinein. Aber wie man sieht, kann man das andere Ufer nicht sehen bzw. höchstens erahnen. Ich denke ich habe meinen Punkt klar gemacht. Der See ist groß.
Nach dem tollen Frühstück am See haben wir die Zelte bzw. das Zelt wieder abgebrochen und sind in Richtung Süden gefahren. Kunststück, geht es mit dem Auto von hier aus nur schwerlich in Richtung Norden. Ihr wisst schon, der See.
Wir wollen heute etwas in den See hinein- bzw. hinauswandern. Eine schmale Landzunge, genannt Hindens rev ragt in den Vänern. Ein letzter Höhepunkt des Urlaubes stand bevor. Wer wie immer genauere Daten über die Wanderung wissen möchte, der wird hier fündig - Hindens rev.
So beginnt der Weg am Trailhead und verläuft dann schnurstracks und auf ziemlich gerader Linie hinaus. Immer weiter und weiter. Immer schmäler wird die Landzunge. Zwischendurch gibt es auch immer mal wieder Plätze an denen man verweilen könnte. Baden, Füße ins Wasser stecken oder einfach nur ausruhen.
Hier brannte heute wirklich die Sonne vom Himmel und man bekam aufgrund der Fauna und Flora hier fast schon mediterrane Gefühle.
Ja, die gab es hier auch - Schlangen. Aber interessieren für uns tat sie sich nicht. Wir störten ihr Schläfchen und sie schlängelte sich von dannen.
Nach gut 4 km hat man dann den Zipfel und das Ende erreicht. Von hier aus geht es dann nur noch per Boot weiter.
Wir ließen uns hier auf den Steinen nieder, streckten jetzt tatsächlich die Füße ins Wasser und hielten etwas Siesta. Wunderschön war es hier. Das Wasser plätscherte leise vor sich hin, die Sonne brannte von oben herab und wir nahmen ein zweites Frühstück zu uns.
Auch wenn wir auf dem Weg nur wenige Menschen trafen, hier sammelten sie sich dann. Bevor es aber zu voll werden konnte, brachen wir wieder auf. Man läuft den gleichen Weg wieder zurück. Eine andere Möglichkeit gibt es schlichtweg nicht. Unterwegs kommt man noch an einer Hütte vorbei und kann auch etwas mehr über diese Landzunge erfahren und weil wir ja nett sind, geben wir euch die Informationen gerne weiter.
Die schmale Landzunge Hindens rev reicht fünf Kilometer in den Vänern hinaus. Am Ende der Landzunge verschwindet diese im See, um am gegenüberliegenden Ufer bei Hjortens udde wieder aufzutauchen. Die Landzunge bietet herrliche und sehr beliebte Spaziergänge.
Hindens rev entstand vor etwas 10.000 Jahren mit dem Abschmelzen des Eisschilds. In manchen Zeitabschnitten, über mehrere Jahrhunderte hinweg, verlief der Schmelzprozess langsam, um dann wieder umso schneller voranzuschreiten. Aus dem durch das Eis abgelagerten Sand und Kies entstand schließlich Hindens rev.
Die 8 km Wanderung war jetzt nicht die weiteste, aber aufgrund der Wärme hier durchaus anstrengend. Richtig schön war es hier und wir können diese Wanderung nur empfehlen. Es war mal etwas anderes als nur durch Wald und Moos zu laufen. Die Abwechslung macht einen Urlaub urlaubswert.
Das Wegfahren von hier war fast wie ein Abschied nehmen. Die letzte Nacht des Urlaubs bzw. die letzte Nacht in unserem Dachzelt stand bevor. Wir wollten noch ein gutes Stück in Richtung Süden fahren. In der Nähe von Kinna, ca. 30 km südlich von Borås fanden wir an einem See Hanatorps Campingplatz.
Was für ein schöner Tag heute. Warum macht es uns Schweden so schwer heute Abschied zu nehmen? Finde ich unfair. Mit Regen, schlechtem Wetter und Wind wäre es uns erheblich leichter gefallen wieder nach Hause zu fahren.
Aber ein Tag blieb uns ja noch. Für morgen war nochmals eine kleine Wandertour geplant. Am Abend legt dann unsere Fähre von Trelleborg ab. Wir werden die Nacht auf dem Schiff verbringen und dann übermorgen nach Hause fahren. So war der Plan, aber für heute Abend war jetzt erstmal nur Ruhe angesagt. Langsam ging die Sonne wieder unter und wir verschwanden in unserem Dachzelt.