Tivedens Nationalpark

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Man was haben wir an diesem See gut geschlafen. Ein Traum. Die Stimmung am Morgen lässt sich kaum beschreiben, also muss nochmals ein Video herhalten. Ich entschuldige mich schon mal vorab:

Ich kann diesen Schlafplatz nur empfehlen. Es war wirklich wunderschön hier. Wären wir nicht so Warmduscher gewesen, hätte man gestern Abend auch noch einen Sprung ins kühle Nass machen können. Aber dazu fanden wir dann doch keine Motivation mehr.

Ein Blick auf die Landkarte genügt, um festzustellen, wir sind schon wieder ganz schön weit bis nach Südschweden vorgedrungen. Unser heutiges Ziel:

Ein Klick auf das Bild bringt euch zu weiteren Informationen über diesen Park. Ein kleiner Auszug könnt ihr aber auch hier lesen:

Hier hat das Inlandeis der Eiszeit Geröll und Felsblöcke hin- und hergeschoben und zu teils enormen Haufen aufgeschichtet. Dazwischen gibt es Grotten, Felsritzen und Tümpel. Man sagt, dies sei Schwedens südlichste Wildmark.

Im Nationalpark gibt es mehrere Rundwanderwege von unterschiedlicher Länge. Der kürzeste ist gerade einmal anderthalb Kilometer lang, der längste misst 15 Kilometer. Durch den Nationalpark läuft auch der 280 km lange Bergslagsleden (er reicht bis zum Kopparberg im Norden der Region Örebro).

Die Pfade sind gut markiert, beschildert und gepflegt. Manchmal muss man ein wenig klettern. Man sollte also trittsicher sein und Kraft in Händen und Beinen haben. Mit Kinderwagen sind diese Strecken nicht zu bewältigen. Bei Regen ist besondere Vorsicht auf Holztreppen und Felsen angebracht.

Durch den Park gibt es einige Wanderwege und wir entscheiden uns zunächst einmal für eine östliche Wanderung in Richtung der Stora Trollkyrka. Man tritt ein in eine Wunderwelt von Wäldern, Steinen und Seen.

Einen kurzen Überblick über die Wanderung könnt ihr hier finden: Tiveden

Leider ist das GPS Geräte hier ausgefallen bzw. war sehr sprunghaft. Deswegen sind die Daten auch sehr unzuverlässig. Ist aber eigentlich auch egal, da hier alle Wege sehr gut beschildert sind und ein Verlaufen fast unmöglich. Wobei unmöglich ist für uns eigentlich auch nichts.

Nach wenigen Kilometern erreicht man die Lilla Trollkyrka. Lilla Trollkyrka bedeutet "Kleine Trollkirche". Die Trollkyrkobergen ("Trollkirchenberge") waren bekannte Seezeichen für mittelalterliche Seefahrer, genauso wie die Klosterkirche in Vadstena, bekannt als "Blaue Kirche". Vielleicht haben die Seefahrer diesen Bergen ihren Namen gegeben? Die nördliche Seite des Vätternsees war im Mittelalter dünn besiedelt, also musste es die Kirche des Trolls sein, die durch den Wald in den Himmel ragte.

So steht es zumindest auf einem Schild hier an der Lilla Trollkyrka.

Auf dem weiteren Weg erreicht man dann den Wendepunkt dieser Runde, die Stora Trollkyrka. Dort haben wir oben auf einem Felsen erst einmal etwas Rast gemacht. Ihr kennt uns ja. Zurück zum Parkplatz ging es dann wieder an einigen Seen vorbei.

Der Weg ist wirklich zu keinem Zeitpunkt langweilig. Man läuft immer auf engen Pfaden, über Stock und Stein, über Felsenrücken und durch Mooswälder. Hier ist es einfach schön. Ein Stück Land das zum Träumen einlädt. Leider ist mein GPS hier aus irgendwelchen Gründen hin und hergesprungen und damit sind die Aufzeichnungen Makulatur. Laut dem Reiseführer müsste diese erste Runde über Lilla und Stora Trollkyrka ca. 4.5 - 5 km lang sein. Kilometer die sich wirklich lohnen.

Am Parkplatz angekommen hat es uns aber noch beide in den Beinen gejuckt. Keine Ahnung was los war. Es war nicht geplant, aber weil es so schön war, haben wir auch noch die westliche Runde in Angriff genommen. Die hat den wohlklingenden Namen "Stenkällerundan" und führt zu einem Aussichtspunkt am Berg, den Stenkälleklack. Auch hier wieder ist der Weg einfach super schön. Beim Klick auf Stenkällerundan bekommt ihr auch einen Plan serviert. Hier bleiben keine Wünsche offen.

Beim Abstieg von der Aussichtsstelle kommt man noch am Stenkällan vorbei. Stenkällan bedeutet auf deutsch Steinquelle. Warum kann man eventuelle auf den Fotos erkennen, außerdem entstand hier eine Felsgrotte.

Auf einem Schild fand man hier auch nochmals eine Topinformation:

Die riesigen Felsblöcke mit glänzender Oberfläche lockten schon am Ende des 19. Jahrhunderts Touristen in die Wildnis hinaus. Eine magische Felsgrotte stand hier in Moos und Flechten gekleidet. Stenkällans große Steine wurden vom Grundgebirge losgebrochen und vom Inlandseis hierher transportiert. Der Wald um Stenkällan herum wurde im letzten Moment vor der Abholzung gerettet und im Jahre 1942 als Reservat geschützt. Der Nationalpark Tiveden wurde im Jahre 1983 gebildet.

Nach soviel Information mussten wir uns auch schon wieder etwas ausruhen und steckten unsere Füße in den See.

Mensch, das tut einfach gut. Wir konnten uns wieder auf den Heimweg machen. Diese Runde war nochmals 2.2 km lang. Also hatten wir ca. 7-7.5 km zurückgelegt. Wie gesagt, mein Navi hatte seinen Dienst versagt und wir werden es nie genau erfahren. Ob ich damit wohl leben kann? Ich werde wohl müssen.

Auf dem Parkplatz fanden wir dieses Schmuckstückchen. Ich konnte mich nicht halten und gratulierte dem Besitzer für seinen Bully. Auch wenn er nicht mehr ganz taufrisch aussah, also der Bully, der Besitzer schon, liebe ich diese Fahrzeuge.

Die Nacht verbrachten wir heute wieder einmal auf einem Campingplatz. Wir wollten nach dem Tiveden noch ein paar Kilometer zurücklegen, in Richtung unserer morgigen Tour. Unser Rother Führer beschrieb eine Wanderung auf einer Landzunge, die in den Vänernsee hineinragt. Diese wollten wir morgen in Angriff nehmen.

Zunächst versuchten wir in Lidköping einen Campingplatz zu finden. Wobei das finden nicht das eigentliche Problem war. Als wir am Eingang vorfuhren, haben wir erst einmal einen Schreck bekommen. Wenn ein Platz relativ voll ist, dann ist das eine Sache. Ist aber bereits das Einchecken mit einer 50m langen Autoschlange versehen, dann verlässt einen den Mut. So schön konnte dieser Campingplatz gar nicht sein, dass wir hier uns anstellen würden. Also fuhren wir weiter in Richtung Norden und in Richtung Läckö Slott. Vielleicht würden wir ja unterwegs einen geeigneten Stellplatz für die Nacht finden. Aber das ist hier in der Gegend gar nicht so leicht. Mittlerweile ist Schweden hier wieder gut bebaut und einsame Stellplätze nur schwer zu finden. Für uns heute gar nicht. Wir fuhren als Ergebnis bis rauf zum Schloß und checkten am dortigen Campingplatz ein.

Beim Einchecken gab es auch noch eine kleine Unstimmigkeit. Ich sagte, wir bräuchten einen Platz für unser Auto und das Dachzelt. Verstanden hat die Frau beim Einchecken aber wohl nur Auto und Zelt. Die Plätze für die Zelte waren aber zu klein für unser Auto und wir mussten nochmals an der Rezeption antreten. Wäre nicht so schlimm gewesen, aber das ganze spielte sich Minuten vor Feierabend ab. Aber es ging nochmals gut und wir bekamen was uns zustand bzw. was wir brauchten.

Auf dem Bild könnte man der Meinung sein, es muss ganz schön kalt gewesen sein. War es nicht. Die Stechmücken waren wieder da. Nicht ganz so schlimm, aber doch vorhanden. Wir nutzen noch die Duschen aus und erklommen dann wieder unser herrliches Dachzeltbett. Wer noch nie in einem Dachzelt geschlafen hat, kann nicht mitreden. Einen besseren Schlaf gibt es einfach nicht, aber ich wiederhole mich.

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