Seeumrundung am Store Mosse

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Gestern schliefen wir nicht nur friedlich schlummernd in unserem Sauerstoffzelt ein, Nein, wir wachten heute morgen sogar wieder auf. Jetzt wissen wir auch wieder was der Nachteil von einer Campingplatz-Übernachtung ist. Man hört das ein oder andere Male seine Nachbarn. Grundsätzlich eigentlich kein großes Problem, eigentlich bin ich ja eher der Vollzeitschnarcher.

Wir hatten ein Wohnmobil als direkten Nachbarn. Wir haben den oder die Insassen nicht gesehen. Gestern Abend als wir ankamen stand er schon da und heute morgen immer noch. Die Türen waren verschlossen, die Fenster zugehängt. Mitten in der Nacht drang aber sowas wie Musik aus dem Wagen. Das Licht brannte im Inneren. Die ganze Nacht. Die ganze Nacht Musik und Licht. Keine Ahnung was da vor sich ging. Vielleicht eine wilde Party. Vielleicht aber auch Schlafprobleme. Keine Ahnung.

Gut, die Musik hat nicht sehr gestört, sondern war eher so eine Untermalung des eigenen Traumes. Aber empfindlichere Seelen hätten unter Umständen einmal an der Tür geklopft. Diese kleine Episode konnte aber unseren Schönheitsschlaf nicht wirklich stören. Der Plan war aber trotzdem die nächste Nacht wieder auf ein wildes Campingplätzchen umzuziehen. Aber natürlich nicht wegen unserem Nachbarn, sondern weil das generell etwas Abenteuerliches und Wildes an sich hat.

Kommen wir zum heutigen Tag und unseren Plan gleich mal eine richtige Wanderung anzugehen. Zwar nicht sehr viele Höhenmeter, dafür aber Strecke. Wir fuhren zum nächstgelegen Nationalpark:

Beim Klick auf das Bildchen werdet ihr zu einer Seite geleitet, die etwas mehr über den Store Moss verrät. Für alle anderen hier anschließend ein paar Infos über den Nationalpark der 1982 zu einem eben solchen ernannt worden ist:

Store Mosse ist Schwedens größtes zusammenhängendes Moorgebiet südlich von Lappland. Der Nationalpark ist Heimat für eine Menge verschiedener Pflanzen und Vögel, die sonst nur in den nördlichen Teilen von Schweden vorkommen.

Die großen Moorgebiete sind die ursprünglichsten, am wenigsten menschlich beeinflussten Regionen Südschwedens. 40 Kilometer sind die Wanderwege lang, die durch den 7740 Hektar großen Nationalpark führen. Die Wege führen zum großen Teil auf hölzernen Bohlenstegen an Flugsanddünen vorbei, über Schwingrasen, durch Hochmoore und Niedermoore. Von drei Aussichtstürmen aus hast du beste Sicht auf die vielen Vögel, die hier brüten oder Rast machen. Der 12 Meter hohe Vogelbeobachtungsturm am See Kävesjön liegt ganz in der Nähe des Nationalpark-Hauses. Im Winter finden Seeadler und Fischadlern zusätzliches Futter an besonderen Futterplätzen.

Wir waren früh dran. Der Parkplatz des Nationalparks war noch vollkommen leer. Nur auf einer Seite hatten mehrere Wohnmobile übernachtet. Die Wohnmobilisten schliefen aber scheinbar noch.

Wir machten zunächst einen kleinen Schlenker zum oben erwähnten Vogelbeobachtungsturm.

Wie ein UFO stand es da am Rande des Waldes. Sehen konnte man von dort aus folgendes:

Zugegeben nicht besonders spektakulär. Da mussten wir auf jeden Fall näher ran. Näher ran kommt man aber nur auf einem Weg rund um den See. Abkürzungen oder ähnliches gibt es auch nicht. Wer um den See läuft, muss auch wirklich drum rum. Nach der Hälfte wieder umkehren zu wollen und auf direktem Weg zum Auto zu laufen, würde bedeuten man müsste durch den See schwimmen.

Wir liefen also los und erblickten nach kurzer Gehzeit folgendes:

Die ersten Bohlen des Urlaubs und es sollten noch viele dazukommen. Dieser Weg sah doch nach Spaß aus. Übrigens wenn ihr euch fragt, gab es hier irgendwelche Mücken? Aber natürlich gab es die, wir waren aber mit unseren Heilsbringern aus dem Supermarkt bewaffnet und konnten sie so einigermaßen auf Abstand halten. Natürlich nicht zu 100%, aber es reichte um die Wanderung genießen zu können.

Ich sollte weniger schreiben und mehr Bilder zeigen. Also bitte schön...

man läuft zunächst durch Wald und über Wiesen

erblickt natürlich auch das ein oder andere Tierchen

läuft auf Bohlen über das Moor, was ansonsten auch schwierig wäre

und kommt nach ca. 1/3 der Strecke hier vorbei

Das ist Schweden oder so stellt man sich Schweden vor. Rote Häuser in toller Umgebung.

Man kann hier übernachten oder eine Rast einlegen. Im Moment schien aber hier Ruhe zu herrschen. Das Rastcafe war geschlossen und übernachtet hatte auch niemand hier. Wir nutzten auf jeden Fall die Möglichkeit zu einer kurzen Pause.

Kurz danach konnte man noch einen Abstecher zu einem weiteren Beobachtungsturm unternehmen. Verlängert zwar die Wanderung um gut 1.5 km, aber wegen der Aussicht sind wir ja da.

Man kommt etwas näher an den See heran. Wahrscheinlich waren wir nicht zur richtigen Jahreszeit hier. Ich bin mir sicher, es können bedeutend mehr Vögel den See bevölkern.

Nach dem Abstecher zum See ging es wieder durch Wald- und Moorlandschaft. Schaut euch mal das folgende Bild an.

Ist das nicht schön. Während der Pandemie haben wir auf unseren unzähligen Waldspaziergängen ebendiesen schätzen gelernt. Es gibt angeblich auch ein neues Modewort dafür - Wald baden. Hier konnte man auf jeden Fall auch tief eintauchen.

Dagegen hätte ich im folgenden See nicht gerne eingetaucht.

Wobei soll ein Moorbad nicht gut für die Behandlung von Schmerzen und Entzündungen sein? Mittlerweile waren wir auch schon einige Stunden unterwegs. Die Sonne hatte auch Kraft und der ein oder andere Schweißtropfen musste abgewischt werden.

Die letzten ca. 2 km ging es dann nur noch über Bohlen zurück zum Auto.

Die Einzelheiten zur Wanderung könnt ihr hier erfahren - Store Moss.

Wer nicht nachschauen will kurz die Infos über die Tour. Wir waren 4 h 30 min. unterwegs. Legten dabei knapp 15 km zurück und hatten dabei ca. 80 Höhenmeter zu überwinden. Trotz das es an einem See entlang geht und man in Moorlandschaft läuft, muss man doch ab und zu den ein oder anderen Hügel überwinden. Nichts schlimmes, aber es muss halt gemacht werden.

Leider war unser Proviant noch nicht ganz vollständig. Es gibt eigentlich für mich nichts erfrischender als nach einer solchen Wanderung ein eiskaltes Cola aus dem Cooler zu holen und den ersten Schluck zu machen. Schon der zweite hat nicht mehr dieses Feeling. Aber wir hatten noch kein Cola an Bord. Das mussten wir jetzt aber schleunigst besorgen.

Wir sattelten also unseren Volvo und begaben uns auf die E4 Richtung Stockholm, vorbei an Jönköping, Linköping und Norrköping. Jetzt muss doch dieses köping etwas heißen, wenn schon alle Städte hier danach benannt worden sind. Habe aber nichts gefunden.

Kurz vor Stockholm suchten wir uns einen Pizza Hut. Wir hatten richtig Hunger. Die Wanderung und die Fahrt machten hungrig. Immer noch waren wir irritiert wegen den Maßnahmen die Schweden gegen die Pandemie vorschrieb. Nämlich keine oder so gut wie keine. Auf dem Boden klebten Schilder mit der Aufschrift "Abstand halten". Mehr gabs nicht. Keine Tests vor Eintritt in das Restaurant und keine Masken. Schweden du hast es einfach besser.

Der Pizza Hut hatte sogar eine Salatbar, an der man sich seinen Salat selber holen konnte. Gut gesättigt verließen wir das Restaurant wieder und machten uns auf die Fahrt durch Stockholm. Unser Navi führte uns kurzzeitig von der E4 runter, weil dort Stau angezeigt wurde. Ob wir letztendlich wirklich schneller waren, indem wir durch die Vorstädte Stockholms fuhren, sei einmal dahingestellt. Auf jeden Fall gab es was zu gucken.

Nördlich von Stockholm war es dann soweit und wir waren müde genug einen Schlafplatz zu suchen. Jetzt ist es in Südschweden gar nicht so leicht etwas geeignetes abseits von Campingplätzen zu finden. Die App Park4night hat uns auch nicht so richtig weitergeholfen. Wir fuhren einen Platz an, aufdem allerdings Camping verboten war. Auch der nächste angefahrene Platz war nicht geeignet für uns und unser Dachzelt. Der nächste Versuch auf einem Campingplatz ging dann auch schief, weil dieser bereits geschlossen hatte und man im Vorfeld reservieren hätte müssen. Also wieder nichts. Wir wurden langsam etwas aggressiver.

Meine Frau nahm dann ihr Handy mit googlemaps zur Hand und suchte einen Platz in der Nähe, von dem sie dachte, wir könnten dort übernachten. Tatsächlich funktionierte das sehr gut und wir fanden einen herrlichen Platz, ganz für uns alleine und natürlich den tausenden von Mücken, die schon auf uns warteten. Aber es ging ein leichter Wind, so dass die Mücken eher am Abend kein Problem waren.

Wir haben dann das Auto noch etwas weiter von den Bäumen weggeparkt. Der leichte Wind wurde stärker und wir wollten nicht nachts im Dachzelt liegen und darauf hoffen, dass keines der Bäume auf uns drauf fallen würde. Aber es tat unseren Schlaf keinen Abbruch. Ein wunderschöner, aber anstrengender und zum Schluss noch aufregender Tag ging zu Ende.

Die Ziele des Tages findet ihr wieder auf der folgenden Karte. Just in case es würde euch tatsächlich interessieren.

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