06.10.2019 - Dartmoore

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Starten wir den Tag heute mit einem verwunschenen Bild at the heart of Dartmoor. Es ist Sonntag der 06. Okt 2019 wir befinden uns inmitten des Dartmoors. Das Dartmoor selber kannte ich bisher nur aus Sherlock Holmes Filmen, der Nebel waberte und ehe es man sich versah war man im Moor versunken und das wars. Ende Gelände. Das Lexikon spuckt als Definition eines Moors nur eine Ebene mit schlechter Drainage sprich schlechtem Wasserablauf aus. Wo hätte ich ein Moor platziert, wenn man mich gefragt hätte? Ich hätte es wohl irgendwo in die Tiefebene versetzt, weil dort das Wasser eher am Boden steht und nicht ablaufen kann, weil es ist ja schon quasi am tiefsten Punkt.

Aber weit gefehlt, das Dartmoor ist eine Hochebene ca. 950 km² groß und befindet sich im südlichen Devon. Bekannt ist Dartmoor wie erwähnt für diverse Horrorgeschichten, das Dartmoor Prison, ein Gefängnis mit unübersehbaren Granitmauern und generell für schlechtes Wetter. Durch seine Höhenlage von bis zu 621 m auf dem höchsten Berg des Dartmoors dem High Willhays, kann hier das Wetter quasi ungebremst vom Meer herziehen und den gefürchteten Nebel erzeugen. Im Nebel erscheinen dann Bäume, Büsche und Steinformationen als Horrorgestalten, wie schnell kann man sich im Nebel auch verlaufen. Aber heute wird uns das eher nicht passieren. Heute ist schönes Wetter angesagt, Sonne pur. Wobei pur bedeutet, die Sonne scheint mehr als sie nicht scheint. Natürlich gibt es genügend Wolken die auch Regen bringen können. Aber ich würde sagen für hiesige Verhältnisse durchaus ein wunderschöner Tag.

Nachdem wir nun die letzten Tage schon erleben durften wie eng Straßen in England sein können, geht es heute aber erst richtig ins Hinterland. Wir haben uns eine der vielleicht schönsten Wanderungen im Dartmoor herausgesucht. Zumindest wird das behauptet von unserem Rothen Führer, ein Wander-Reiseführer der uns schon auf sehr vielen Reisen und in die verschiedensten Ländern begleitet hat. Seine Beschreibungen sind immer so gewählt, dass ein Verlaufen fast unmöglich erscheint und trotzdem passieren kann. Außerdem gehen wir nicht alle Wanderungen strikt nach Vorschrift, da sind wir eigen. Wir suchen uns manchmal einfach ganz eigene Wege, aber darum geht es hier gar nicht. Den Tipp mit dem Rothen Führer gebe ich gerne weiter, einfach mal danach googeln. Es gibt fast unendlich viele davon und man kann sich den passenden heraussuchen. Wenn man aber soviel Werbung für einen Reiseführer, den Rothen Führer, schon macht darf man auch mal kritisieren. Wir haben sehr lange auf die Ausgabe "USA-Der Südwesten" gewartet. Wir haben uns fast ein wenig darauf gefreut, was der Rothe Führer denn wohl für Geheimnisse und Top-Wanderungen noch ausgräbt. Aber leider hat es sich nicht gelohnt darauf zu warten. Keine der Wanderungen ist wirklich neu und von neuen Zielen und Secrets ist man meilenweit entfernt. Schade! Aber wahrscheinlich ist es inzwischen fast unmöglich noch neues zu erfahren. Zwischen all den Fritz Zehrers und den Stammtischen vom usa-stammtisch.net und discover-america.de bleibt kaum noch Platz für wirklich neues. Aber wieder zurück nach Cornwall.

Jetzt wissen wir endlich warum England England heißt. Hier im Dartmoor sind die Straßen ein echtes Abenteuer. Kommt von vorne Gegenverkehr muss man halt schauen wo man ausweichen kann. Im Notfall muss man zurückstoßen. Ist uns allerdings den ganzen Tag nicht passiert, was ein echtes Wunder zu sein scheint. Man fährt nämlich den halben Tag auf diesen engen Straßen. Das sich das Lenkrad auf der linken Seite des Autos befindet ist dabei kein Nachteil. Man kann seinen fahrbaren Untersatz zentimetergenau an die Hecken auf der linken Fahrbahnseite manövrieren. Was by the way ständig notwendig ist. Die Engländer haben ihre Autos unter Kontrolle, zumindest zumeist. Denn gebremst wird trotzdem nur im äußersten Notfall. Habe ich schon erwähnt, Auto fahren in England macht einfach Spaß. Ganz ehrlich.

Wenn ihr an ein paar Statistikdaten über die heutige Wanderung interessiert seit, hinter dem Link könntet ihr erleuchtet werden: Dartmoor the best

Aber natürlich gibt es hier jetzt folgend die Impressionen des Tages. Die Wanderung war einfach atemberaubend schön und sie war interessant unter einigen Gesichtspunkten. Erstens wissen wir jetzt was Cheese Wrings sind. Diese kann man sehr oft auf den Höhenzügen des Dartmoor finden.

Man sieht auch das unvermeidliche Gipfelvesper ist auf den Cheese Wrings gut einzunehmen.

Maiswand - Tour 2019

Maiswand - Tour 2019

Zweitens ist die Landschaft für ein Moor wie ich es mir vorgestellt hätte, sagen wir mal, eher ungewöhnlich.

Sieht aus als wenn wir im Schwarzwald unterwegs wären.

Na das kommt doch einem Moor schon näher.

Aber trotzdem bleibt es mittelgebirgslich. Vor allem aber ist es wunderschön. Wir haben keine bösen Hunde von Baskerville gesehen, keine Moorleichen sind uns entgegengekommen. Zwischendurch brach sogar etwas Rosamunde Pilcher Kitsch durch...

...alles in allem eine tolle Wanderung von immerhin 15.3 km und 385 Höhenmetern. Das Beste aber habe ich mir noch zum Schluss aufgehoben.

Was erkennt man auf dem Bild? Der nichtsahnende Wanderer wird hier wohl einen Bach mit darin liegenden Steinen erkennen und das auch noch unschwer. Der erfahrene Englandwanderer allerdings erkennt in den im Wasser liegenden Steinen sogenannte Stepping Stones. Die Stepping Stones sind nichts anderes als die einzige Möglichkeit über das Wasser zu kommen. Man springt von einem Stein zum anderen.

Was hier so harmlos aussieht, ist aber beileibe keine einfache Angelegenheit. Der ein oder andere Stein hat keine glatte sondern nur ein spitze Oberfläche und der darauffolgende Stein ist zumindest soweit entfernt, dass ein kleiner Sprung angemessenen wäre. Kurz und gut, man kann sich durchaus vorbereiten eventuell ins Wasser zu fallen. Das Wasser ist ja jetzt nicht unglaublich tief. Man würde also nur einfach nass werden. Wäre zwar unangenehm, aber man würde es überleben.

Naja soweit so gut. Bei Hochwasser sollte man oder besser, kann man die Wanderung generell vergessen. Dann sind die Steine auf denen eigentlich gesteppt werden sollte unter Wasser. Weil aber uns einfach nichts erspart bleibt, passiert genau das so ca. 3 km vor Ende der Wanderung. Wir müssen noch ein letztes Mal über einen Fluss steppen. Doch dieses Mal....aber seht selber.

Das Bild wurde ca. auf halbem Wege gemacht. Die Bachüberwindung war sehr lange und die Steine anfangs teilweise unter Wasser, je näher man allerdings dem anderen Ufer kam lagen die Steine dann gänzlich unter Wasser. Es gab keine Alternative mehr. So kam es, man musste die letzten 2 Schritte komplett im Wasser machen, wobei das Wasser von oben in die Schuhe lief. Gut, dass dieses Schauspiel kurz vor Ende der Wanderung passierte. Mit nassen, von außen und von innen, Schuhen zu laufen führt auf Dauer unweigerlich zu Blasen. Wir konnten sie Gott sei Dank verhindern.

Die Stepping Stones waren sozusagen das Salz in der Suppe der Wanderung und machten diese einzigartig. Aber wie die nachfolgenden Bilder noch zeigen, es gab viele einzigartige Momente am heutigen Tag.

Sehen die Häuser nicht urig aus.

Das Wetter hielt den kompletten Tag und war außer ein paar dunkle Wolken unterwegs und etwas Wind wirklich sehr schön.

Obwohl wir für heute geplant hatten in unserem Appartement selber etwas zum Abendessen zu fabrizieren, entschieden wir uns anders. Wir suchten und fanden ein chinesisches Buffet in Torquay. Den Link zum Buffet gibt es hier: Link

Das Oriental Touch ist mit 4.3 bewertet und machte einen wirklich guten Eindruck. Alleine die Sitzgelegenheiten wirkten so als wenn man sie ersetzen sollte. Aber das Essen war ohne Fehl und Tadel und deshalb kann ich den Tipp für Torquay gerne weitergeben.

So ging ein weiterer Tag in Englands Südwesten vorbei. Gute Nacht!

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