Gestern Abend waren wir zu müde, um noch großartig unseren Schlafplatz zu fotografieren. Heute Morgen hatten wir etwas mehr Zeit.
Der Platz machte vielleicht keinen absolut hervorragenden ersten Eindruck, eine nicht gerade wenig befahrene Straße direkt daneben hätte die Nacht unruhig werden lassen können. Aber das war nicht der Fall. Geholfen haben natürlich auch die rauschenden Wälder neben unserem Standplatz. Der Wind war dafür zuständig und ließ uns friedlich schlummern.
Frühstücken wollten wir allerdings hier nicht. Dafür suchten wir uns einen etwas romantischeren Platz und dazu fuhren wir in den...
Wieder findet ihr bei Klick auf das Bild nähere Informationen zum Nationalpark der 1998 gegründet worden ist.
Der hohe biologische und ästhetische Wert von Färnebofjärden war der Grund, diesen Teil des Nedre Dalälven als Nationalpark zu schützen. Der Park besteht aus einer einzigartigen Fülle von Lebewesen aus ganz besonderen Lebensräumen. Strandsümpfe, Flussauen, Schwemmland und Altwälder machen den Besuch zu einem unvergesslichen Naturerlebnis.
Der Nationalpark ist berühmt für seine reiche Vogelwelt, die Ornithologen schon seit ungefähr 1970 in Scharen anzieht. Es gibt hier 205 Vogelarten, ca. 100 davon brüten regelmäßig.
Bevor wir aber den Park besuchten, fanden wir noch eine wirklich schöne Frühstücksstelle. Am Ende des Tagesberichts findet ihr wie immer diese Stelle auf der Karte. Die Stelle kann natürlich auch als Mittag-, Abend- oder Nachtessen - Stelle verwendet werden. Ganz nach Belieben. Bloß Übernachten wäre hier verboten und da eine Hütte in Sichtweite lag, wäre es auch etwas unhöflich hier sein Lager aufzuschlagen.
Wundert euch nicht über unsere Kleidung. Es wehte nach wie vor ein recht frischer Wind und die Jacken und Pullover waren durchaus berechtigt. Noch dazu hatte der Wind den Vorteil die Mücken zu vertreiben. Lieber kalt und mückenlos, als warm und zerstochen.
Der Blick auf den See war grandios.
Für eine noch bessere Sicht auf die umliegenden Seen und die umliegende Landschaft kann man hier ca. 700 m vom Parkplatz entfernt einen Aussichtssturm besteigen und hat dann die folgende traumhafte Aussicht.
oder auch diese...
Fast schon drohnenhafte Bilder. Drohne hatten wir allerdings keine, wir sehen uns die Landschaft von oben gerne selbst an. Wer von oben runter fotografieren kann, der kann natürlich auch von unten nach oben...
Am Fuße des Turms gab es auch eine Stelle zum Grillen.
Solche Stellen gibt es in Schweden überall zu finden. Oft ist dazu auch noch bereits gespaltenes Holz zu finden, dass man benutzen kann. Gibt es kein Holz mehr, findet man meistens auch eine Axt und kann selbst handanlegen. Oder man könnte, während das Fleisch gegrillt wird, für die nächsten Griller Holz vorhacken. Soll ja befreiend sein die Axt zu schwingen und könnte eventuell Aggressionen lindern, falls man welche hätte.
Jetzt aber zum Nationalpark Färnebofjärden. Wir interessierten uns v.a. für die Stromschnellen im Park. Diese wurden schließlich auch am Eingang bzw. am Naturum beworben. Stromschnellen finde ich spannend und wir fuhren zum anderen Ende des Parks, zu den sogenannten Tyttbo Stromschnellen. Im www habe ich folgenden Text darüber gefunden:
Der Nationalpark Fjärnebofjärden liegt am Unterlauf des schwedischen Flusses Dalälven. Der Unterlauf des Dalälven, der durch die Ebene des nördlichen Uppland und des südlichen Gästrikland führt, hat im Gegensatz zum Oberlauf nur ein geringes Gefälle. Daher breitet sich der Fluss aus und bildet große, flache Seen, die durch Stromschnellen voneinander getrennt sind. Der Fjärnebofjärden ist einer dieser Seen, dessen Umland von Auland, Flusswiesen und unberührtem Wald umgeben ist. Periodische Überschwemmungen, die große Flächen bedecken, prägen die Natur des Nationalparks. Von den ca. 10.100 Hektar, die das Schutzgebietes umfasst, nehmen Wasserflächen etwa 4.100 Hektar ein. Zu den Landflächen gehören etwa 200 Inseln.
Wir ließen unser Auto am Wegesrand stehen und liefen am Wasser entlang, auf der Suche nach Stromschnellen. Genaueres über die Wanderung findet ihr hier - Tyttbo Stromschnellen
Kurze Infos dazu: 5.75 km, 127 Höhenmeter und 2 h Gehzeit
Am Wendepunkt der Wanderung fanden wir eine wirklich schöne Stelle um die Füße ins Wasser zu strecken. Meine Mückenstiche am Fuß dankten es mir. Das kühle Wasser ließ das jucken auf der Stelle verschwinden. Eine leichte Brise wehte uns um die Nase. So kann man Urlaub genießen.
Kurze Info noch zur Anfahrt zu den Stromschnellen. Diese ist auf Gravel, also nicht geteert. Nichts schlimmes, wer aber auch im Urlaub ein sauberes Auto haben möchte, sollte diese Wege dann eher meiden.
Kurze Episode noch von nach der Wanderung. Unser Auto machte plötzlich irgendwo vorne links komische schleifende Geräusche. Jetzt auch noch das. Warum aber eigentlich auch noch? Unser Sohn in England hatte mitten in der Nacht ebenfalls eine Reifenpanne gehabt. In seiner Aufregung hatte er uns angerufen. Wir konnten ihm natürlich nicht helfen, dass hat er dann selbst gemacht. Er fand mitten in der Nacht einen 24h-Service, der nicht nur seinen Reifen wechselte, sondern auch noch einen neuen Reifen auf die Felge zog. Die Autos von heute haben ja nur noch in den seltensten Fälle ein Ersatzrad.
Man könnte meinen das ganze wäre fürchterlich teuer geworden. War es aber gar nicht. Waren wir jetzt also dran? Mitten in Schweden auf einem Feldweg unterwegs und eine Reifen- oder sonstwas Panne. Ich stieg aus und wollte das schleifende Geräusch identifizieren. Es kam vom Bremsbelag. Hatte sich womöglich ein Steinchen zwischen die Bremsbacken geschoben. Irgendwann war das Steinchen durch und das Geräusch wieder weg. Puuh! Nochmals Glück gehabt. Hier in der Pampa hätte ich ungern auf Werkstattsuche gehen wollen.
Der ein oder andere wird sich vielleicht jetzt die Frage stellen, wollten sie nicht zu irgendwelchen Stromschnellen laufen? Ja, wollten wir und das war auch der Grund warum wir überhaupt hierher gefahren waren. Allerdings waren die Stromschnellen wohl eher Stromschnellchen, aber seht selber...
Viel mehr gab es nicht. War auch schön und die Wanderung war auch OK, allerdings da die Anfahrt doch recht langwierig war und über wirklich schmale schwedische Straßen ging, muss man einfach sagen, so richtig gelohnt hatte es sich nicht. Aber meine Güte, nicht jeder Schuss kann sitzen.
Wir fuhren weiter in Richtung Norden. Schließlich hatten wir ja nach wie vor den Plan zum Arctic Circle vorzustoßen. Wir fuhren wieder auf die E4 und an Gävle, Söderhamn und Hudiksvall vorbei. Kurz vor Sundsvall reichte es dann für heute und wir fuhren einen Campingplatz an. Wir ergatterten einen einsamen Platz direkt am Strand. Fühlte sich ein wenig nach wildes Camping an. Ein klein wenig.
Leider fing es dann auch noch an zu regnen. Machte aber nichts, denn auf dem Campingplatz gab es überdachte Picknickplätze und wir konnten dort unser Essen zubereiten.
Der warme Tee tat auch gut. Das Wetter änderte sich. Bisher hatten wir Sonne und Wärme. Für die nächsten Tage war jetzt eher Kälte und Regen angesagt. Aber wer weiß, lassen wir uns überraschen.
Hier in Schweden hatten wir übrigens fast durchgehend LTE-Netz zur Verfügung. Selbst in sehr einsamen Gegenden. Wie es noch weiter im Norden aussieht, können wir natürlich nicht sagen. Aber im südlichen und mittleren Schweden waren Videotelefonate kein Problem.
Aufmerksame Leser werden jetzt bemerken, wir entschieden heute Abend die Fahrt in Richtung Arctic Circle aufzugeben. Zu viele Ziele und Wanderungen gab es hier im mittleren Schweden noch zu erkunden. Der Norden Schwedens wird wohl auf ein anderes Mal warten müssen. Wir hatten uns über Google Maps routen lassen und kamen am Ende zum Schluss, es bringt ja nichts drei lange Fahrtage einzulegen, um den Norden zu erreichen. Die Kilometer müssen ja auch wieder in umgekehrter Richtung absolviert werden. Da wir insgesamt aber nur 14 Tage zur Verfügung haben, war dieses Vorhaben von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Wir hätten sofort von Anfang an durchfahren müssen. Aber was soll´s. Wir werden einfach wiederkommen und dann auch den Norden Schwedens erwandern.
Mit Meeresrauschen und leichtem Regen ging der Abend zu Ende. Allzu lang wurde auch in unserem Dachzelt nicht mehr gelesen. Es wurde zwar nicht dunkel, aber wenn die Äuglein zufallen, dringt auch kein Licht mehr durch.