08.10.2019 - Gwennap Head

Sie sind hier: Startseite

Wir haben wunderbar geschlafen in unserem alten Pfarrhaus bzw. in dessen Stallung nebenan. Das wäre heute Morgen der richtige Satz gewesen, leider aber hat das Appartement einen gehörigen Nachteil. Die Wohnung ist wirklich unglaublich toll. Nur mal als Appetizer ein paar Bilder.

Wie erwähnt rechts steht das alte Pfarrhaus. Zum Appartement geht es durch den Torbogen hindurch nach hinten zu den ehemaligen Stables.

Das rechte Gebäude wäre jetzt das Appartement mit 2 Schlafzimmern, ein Wohnzimmer, eine Küche mit Esszimmer, 2 Bädern wobei eines mit Whirlpoolwanne ausgestattet ist. Ein Schlafzimmer ist eine halbe Treppe nach unten, das andere Schlafzimmer eine Treppe nach oben unters Dach.

Auf dem Bild seht ihr den Blick aus dem Schlafzimmer oben auf die Küche mit Essbereich. Das Haus ist wirklich einsame Spitze und zumindest zu dieser Jahreszeit auch noch richtig günstig. Es gab wirklich nur einen ganz entscheidenden Nachteil und es tut mir direkt leid dies so sagen zu müssen, aber wir sind halt nun mal mittlerweile in einem Alter wo man es dann doch auch spürt. Die Matratzen waren weich und durchgelegen. Wobei durchgelegen konnten sie ja nicht sein, weil die Wohnung sehr neu ist. Der Hausvermieter hat wirklich an nichts gespart, aber an den Matratzen da hat er dann vielleicht doch eine Nummer zu günstig gekauft.

Naja, egal die Wohnung bleibt ja trotzdem toll auch wenn wir keine 10 dafür bei booking.com geben konnten. Es wurde am Ende eine 9.6 was ja auch super hoch ist. Die meisten haben allerdings eine glatte 10 vergeben. Denen machte die Matratze offensichtlich nichts aus. Vielleicht sind wir auch nur zu wehleidig. Wenn ihr einen Blick auf die Stables werfen wollt, dann wäre hinter dem Link die Gelegenheit: Link

Soviel zur Nacht. Heute geht es aber natürlich mit einer Wanderung weiter, der Wanderung zum Gwennap Head. Wer wieder etwas mehr Statistik über die Wanderung erfahren will, wie immer hinter dem Link: Link

Wir fuhren zunächst mal nach Porthcurno. Was nur ca. 12 Meilen von unserem Haus entfernt lag. Aber die 12 Meilen hatten es echt in sich. Darf ich vorstellen, die Straßen von Cornwall...

Wer jetzt denkt, na die werden ja wohl irgendeine Nebenstraße gefahren sein, dem muss ich beipflichten. Es war eine Nebenstraße. Allerdings besteht dieser Teil Cornwalls überwiegend aus Nebenstraßen. Da muss man durch. Ab und zu gibt es eine Ausweichstelle, ansonsten hilft nur Augen zu und durch.

Aber zurück zur Wanderung am Gwennap Head. Die haben wir auch ausgesucht weil der Rothe Führer meinte, das wäre das Rosamunde Pilcher Land pur. Dazu kann ich aber leider nichts beitragen, weil ich noch nie einen Pilcher - Film gesehen habe. Heute Abend habe ich dann mal für 5 Minuten in einen solchen reingeschnüffelt. Brauch ich jetzt nicht direkt, zu viel Herz und zu viel Schmerz. Aber jedem das seine. Warum nicht. Wir freuten uns dafür an der Landschaft, die nun wirklich wunderschön ist. Da kann es keine zwei Meinungen geben.

An dieser Stelle Englands ist man zwar nicht so weit westlich wie an Lands End, aber dafür südlicher. Hier trifft der Ärmelkanal auf den Atlantik. Dementsprechend sind hier auch die Wellen. Die Küste präsentiert sich von ihrer schönsten und wildesten Seite.

Hier tun sich auch Höllenschlunde auf, völlig ungesichert geht es in die Tiefe. Dazu weht der Wind wie das halt so ist an der Küste und durch diesen Schlund fängt das ganze zu Pfeifen an, als würde irgendwo das Nebelhorn geblasen. Ist aber tatsächlich dieses Loch, dass vor einem aus dem Nichts auftaucht.

Der Rückweg der Wanderung fand dann etwas im Landesinnere statt und man kann etwas Kultur atmen.

Vor allem die Friedhöfe verbreiten einen ganz eigene Stimmung in Cornwall. Hier stehen uralte Grabsteine herum von Menschen die irgendwann um 1860 verstorben sind, neben Gräbern mit Menschen die vor ein paar Jahren erst diesen Weg gehen mussten.

Nach 3 Stunden und 7.4 km Wanderung waren wir wieder am Auto zurück. Der Tag war aber noch so schön, wir wollten noch nicht zurück ins Appartement. Wäre ja Zeitverschwendung gewesen und so haben wir uns nochmals eine Wanderung herausgesucht. Dieses Mal etwas mehr im Landesinnere zur Ding Dong Mine. Was für ein schöner Name für eine Mine.

Es gibt eine lange Geschichte über die Mine. Wenn ihr Lust und Zeit und was weiß ich noch alles habt, dann lest das einfach auf Wikipedia nach. Hier wäre der Link dazu: Link

Für alle anderen: Hier in der Umgebung gibt es dutzende von solchen sogenannten Pumphäusern bzw. deren Ruinen zu sehen. Die ganze Gegend hier an der Südspitze von Cornwall ist durchzogen. Hier wurde bereits in der Bronzezeit geschürft. Ab dem 17. Jahrhundert bis weit ins 19. Jahrhundert hinein wurde hier dann Zinn abgebaut. Auf einer kleinen Wanderung kann man sich diesem Gebiet nähern. Hier gebe es dann wieder hinter dem Link die statistischen Werte der Wanderung: Link

Im Hintergrund kann man schon die Ding Dong Mine bzw. deren Pumphaus erkennen. Der Boden ist hier sehr moorig und man kommt nicht sehr schnell vorwärts. Das wäre vielleicht mit Hilfe von Gummistiefeln anders, aber wir müssen uns unseren Weg durch die nassen Felder suchen. Macht aber auch Spaß und man kommt an den verschiedensten Relikten früherer Zeiten vorbei.

Wie z.B. diesem Steinkreis, dessen Bedeutung wie immer Ansichtssache ist bzw. interpretiert werden könnte. Vielleicht war es aber auch nur ein Ballspiel und der Ball musste durch das Loch. Wir werden es nie ganz genau erfahren.

Etwas weiter dann, nach der Ding Dong Mine erreicht man den Boskednan Stone Circle, mundartlich auch die 9 Maids genannt.

Inmitten der 9 Jungfrauen beschleicht mich dann allerdings ein komisches Gefühl. Immerhin stehen hier 11 Steine herum. Meine Frau hat dann die Lösung parat. Zwei der Steine sind dann wohl keine Jungfrauen mehr. Könnte natürlich sein, aber auch hier wäre dies reine Interpretation.

Von der Ding Dong Mine ist wie überall hier in Cornwall das Pumphaus noch stehen geblieben. Der Eingang zum Schacht ist massiv mit T-Trägern und Gittern abgeschottet. Man sollte wohl auch nicht in den Schacht einbrechen. Wie tief es runter geht war leider nicht zu ermitteln. Erstens stand es nirgends und zweitens gab es rund um den Schacht auch keinen einzelnen kleinen Stein um das eventuell zu überprüfen. Hatten wohl schon andere den Gedanken vor mir gehabt.

Zum Abschluss der Wanderung gibt es dann noch den Ding Dong Stein zu bewundern.

Es handelt sich hierbei um einen einzelnen Stein auf einem Feld. Auch hier ist die Bedeutung nebulös. Ehrlicherweise kann ich mir nicht vorstellen, dass dieser Stein in Deutschland auf einem Feld eines deutschen Bauern überlebt hätte. Man müsste ja immer drum rum mähen. Was für eine Verschwendung von Lebens- und Arbeitszeit.

Nach dieser Wanderung hatten wir dann aber genug. Wobei ein Bild muss ich euch noch zeigen. Von der Ding Dong Mine aus, hatte man einen wunderbaren Blick auf den St. Michael Mountain.

Auf der anderen Seite des Ärmelkanals steht ja bekanntlich der Mount St. Michel. Wer etwaige Ähnlichkeiten entdeckt darf sie behalten. Wobei der englische St. Michael Berg nicht annähernd an den französischen heranreicht. Trotzdem ist auch dieser hier ein Magnet für Touristen. Was für uns allerdings auch der Grund war, erst gar nicht hinzuwollen.

Irgendwann mussten wir heute aber unsere Eindrücke auch wieder downloaden. Wir machten es uns in unserem schmucken Heim gemütlich, kochten etwas in unserer tollen Küche und verbrachten den Abend Reisebericht schreibend und lesend.

Bis morgen dann. Gute Nacht.

Diese Website benutzt Cookies, um Ihnen das beste Erlebnis zu ermöglichen. Weiterführende Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.